Mintrocket hat im State of Play vom 2. Juni 2026 ein neues Spiel für PS5 vorgestellt: Bancho the Chef. Statt einfach nur einen weiteren Ableger von Dave the Diver zu bauen, nimmt das Studio eine der beliebtesten Figuren des Originals und macht daraus ein eigenständiges Prequel. Im Mittelpunkt steht Bancho in jüngeren Jahren, lange bevor er zum Sushi-Meister am Blue Hole wurde. Für PlayStation ist das ein eher ungewöhnlicher, aber ziemlich klar lesbarer Pitch: ein stilisiertes Koch-Abenteuer mit Rollenspiel- und Simulationsanteilen statt eines weiteren Service-Projekts.

Spannend ist vor allem die Richtung. Während Dave the Diver viele Spieler über seinen Genre-Mix aus Tauchen, Restaurant-Management und schrulligem Humor gewonnen hat, verschiebt Bancho the Chef den Schwerpunkt deutlich. Das neue Projekt will Kochen nicht nur als Nebenaktivität zeigen, sondern als Kern des ganzen Spiels. Wer den Showcase verfolgt hat, findet im größeren Überblick schon die Einordnung zum State of Play im Juni 2026. Bancho wirkt darin wie eine der bodenständigeren Überraschungen der Show.

Was Mintrocket offiziell bestätigt hat

Laut PlayStation Blog ist Bancho the Chef ein eigenständiges Prequel, das im Jahr 2004 spielt, also 19 Jahre vor den Ereignissen von Dave the Diver. Bancho reist dabei durch Japan, Korea, China und weitere Regionen Asiens, lernt bei lokalen Meisterköchen und arbeitet sich Schritt für Schritt zu seinem späteren Ruf hoch. Der Rahmen ist bewusst persönlicher angelegt: Es geht weniger um eine große Weltrettung als um Handwerk, Alltag und die Entwicklung einer Figur, die Fans bislang eher als exzentrischen Meister aus dem Hintergrund kannten.

Auch beim Spielaufbau wird der Unterschied zum Vorgänger deutlich. Statt Speisen nur vorzubereiten oder indirekt auszuliefern, soll man Gerichte unter Zeitdruck selbst kochen und direkt an Gäste servieren. Mintrocket spricht von einem Loop aus Zubereitung, Restaurantbetrieb, wachsendem Ruf und neuen Kochtechniken, die man in jeder Region erlernt. Das klingt nach einer klareren Simulationsstruktur als im Vorgänger, aber eben nicht nach trockener Küchenroutine.

Kochen steht im Zentrum, aber nicht allein

Das Studio betont ausdrücklich, dass sich Bancho the Chef nicht auf ein simples Cook-and-Serve-Prinzip reduzieren soll. Wie schon bei Dave the Diver will Mintrocket unterschiedliche Systeme ineinanderschieben. Genannt werden Minispiele wie Angeln und sogar das Streicheln von Katzen, dazu lokale Aufträge von Bewohnern, die Bancho Erfahrungspunkte und Reputation bringen. Das ist wichtig, weil genau solche Nebenschleifen oft darüber entscheiden, ob ein Spiel mit starkem Handwerksfokus lebendig bleibt oder nach wenigen Stunden mechanisch wirkt.

Gerade dieser Aufbau könnte Bancho interessant machen. Ein pures Restaurant-Spiel lebt schnell nur noch von Effizienz. Ein Adventure mit vielen kleinen Nebenaktivitäten kann dagegen besser vermitteln, warum ein Ort, ein Rezept oder eine Begegnung für die Hauptfigur überhaupt wichtig ist. Wenn Mintrocket die Balance trifft, entsteht daraus kein hektischer Küchenstress-Simulator, sondern ein Roadtrip durch kulinarische Szenen.

Warum der Wechsel zu 3D mehr als nur Kosmetik ist

Ein zentraler Punkt der Ankündigung ist der visuelle Stil. Mintrocket wechselt hier von Pixel-Art zu 3D, um Texturen und Kochvorgänge detailreicher zeigen zu können. Das Studio nennt als Beispiele den Glanz eines Fischfilets, spritzendes Öl in der Pfanne oder aufsteigenden Rauch vom Grill. Das mag nach Marketing-Sprache klingen, passt aber erstaunlich gut zum Thema. Ein Kochspiel verkauft seine Fantasie nicht allein über Menüs und Timer, sondern darüber, ob Essen glaubhaft, appetitlich und handgemacht wirkt.

Damit bekommt das Projekt auf PS5 auch eine technische Identität. Der DualSense-Controller soll haptisches Feedback, adaptive Trigger, Gyro-Sensor und Touchpad nutzen, etwa beim Schneiden, Eier-Aufschlagen oder Abwasch. Solche Features werden oft als nettes Extra vermarktet und dann kaum relevant eingesetzt. Bei einem Spiel, das sich so stark um taktile Arbeit dreht, könnte das erstmals wirklich sinnvoll wirken.

Warum Bancho für Mintrocket strategisch Sinn ergibt

Die Figur bringt bereits Fan-Liebe mit, ohne dass das Studio sofort einen direkten Dave the Diver 2-Vergleich provoziert. Genau das macht das Projekt clever. Mintrocket nutzt eine bekannte Welt und ein bekanntes Gesicht, verschiebt aber Genre, Perspektive und Ton. Für Spieler, die sich für Sonys aktuelle Line-up interessieren, ist das dieselbe Logik, die man auch bei God of War Laufey oder dem neuen Tomb Raider mit Termin für 2027 beobachten kann: bekannte Marken oder Figuren, aber mit spürbarer Neujustierung.

Noch offen bleiben Releasefenster, Preis und die Frage, wie tief die Rollenspielsysteme wirklich gehen. Genau da wird Mintrocket später liefern müssen. Der Reveal wirkt trotzdem konkret genug, um mehr zu sein als ein bloßer Sympathie-Teaser. Bancho hat Thema, Spielform, visuelle Handschrift und eine verständliche Rolle im Portfolio.

Unter dem Strich sieht Bancho the Chef nach einem bewusst kleineren, aber sehr gezielt positionierten PS5-Spiel aus. Wenn das Kochen im fertigen Spiel wirklich so präzise und befriedigend wirkt, wie Mintrocket es beschreibt, könnte hier einer der charmantesten Überraschungstitel aus Sonys Sommerprogramm entstehen.

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Quelle: Bancho the Chef revealed for PS5, from the culinary masters behind Dave the Diver