Mit dem neuen Hands-on von PlayStation wird klarer, worauf Castlevania: Belmont’s Curse hinauswill. Konami und Evil Empire bauen kein zufälliges Run-Spiel mit Roguelite-Schleifen, sondern ein geradlinig designtes Action-Adventure, das den Serienkern ziemlich bewusst wieder freilegt. Der Beitrag beschreibt ein großes Kartenlayout mit Geheimwänden, freischaltbaren Wegen, knackigen Bossen und einem Kampfsystem, das deutlich flüssiger wirkt als viele ältere Serienteile. Für Fans, die nach der Ankündigung noch gerätselt haben, ob hier eher Nostalgie oder Neuinterpretation dominiert, ist die Antwort nach diesem Probespiel recht eindeutig: Das Team will die klassische Castlevania-Form modernisieren, nicht ersetzen.

Dabei hilft vor allem die neue Hauptfigur Rose Belmont. Die Geschichte setzt nach Castlevania III: Dracula’s Curse an und führt ins Paris des Jahres 1499, kurz vor Draculas Rückkehr. Trevor Belmont ist ebenfalls dabei, doch im Hands-on steht Rose klar im Zentrum. Laut PlayStation erkundet sie eine brennende, verwüstete Stadt, während Trevor anderen Spuren folgt. Das wirkt weniger wie bloßer Fanservice und eher wie eine Figur, über die das Studio neue Magie-, Bewegungs- und Fortschrittssysteme sauber verankern kann.

Kein Roguelite, sondern Karte, Abzweigungen und Geheimnisse

Der vielleicht deutlichste Punkt aus dem Bericht ist die bewusste Distanz zu Permadeath und prozedural erzeugten Levels. Evil Empire beschreibt den Ansatz als Rückkehr zum Kern der Reihe. Genau das passt zu den Details des Hands-on: eine große zusammenhängende Karte, zerstörbare Wände, Bereiche, die erst mit späteren Fähigkeiten zugänglich werden, und klassisches Backtracking mit neuem Werkzeug. Wer Metroidvania-Strukturen vermisst hat, dürfte hier eher aufatmen als skeptisch werden.

Rose bewegt sich dem Bericht zufolge schnell und präzise durch die Abschnitte. Genannt werden Wall Jumps, Schwünge über Todesfallen und ein Leveldesign, das schon früh auf spätere Fähigkeiten hinweist. Gerade dieser Mix aus klarer Steuerung und sichtbar vorbereitetem Fortschritt ist oft der Unterschied zwischen bloßer Retro-Optik und echtem Seriengefühl. Wenn euch interessiert, wie PlayStation 2026 gerade ähnliche Prestige-Projekte aufbaut, passt dazu auch unser Blick auf 19 wichtige PS5-Spiele für 2026.

Der Kampf soll schneller, aber nicht beliebig wirken

Im Kampf setzt Belmont’s Curse offenbar auf Tempo, ohne die Serie zu verwässern. Rose kann mit einer Ausweichrolle oder einem Slide reagieren, per Doppeltipp rückwärts abkippen und ihren Arcana-Whip sowohl für Fortbewegung als auch für direkte Angriffe nutzen. Dazu kommt Mana für Zauber und Heilung. Das Entscheidende ist aber weniger die Anzahl der Knöpfe als die Art, wie die Systeme ineinandergreifen. PlayStation beschreibt Kämpfe, in denen Positionierung, Ausweichfenster und Angriffsketten eng zusammenhängen.

Auch das Waffensystem klingt erfreulich griffig. Erwähnt werden sieben Waffentypen mit eigenem Stil und eigenen Spezialmanövern. Das Longsword belohnt Angriffe direkt nach einem Backdash, die Cestus-Gauntlets werden mit fortlaufenden Treffern stärker. Damit entsteht ein Kampfbild, das eher nach bewusstem Build-Feinschliff als nach einem einzigen Standardmoveset aussieht. Wer sehen will, wie breit Sonys aktueller PS5-Kalender sonst noch aufgestellt ist, findet mit Pro Jank Footy im August oder dem Marvel-Tōkon-Open-Beta-Start im Juli zwei ziemlich andere Gegenpole.

Bosse, Arkana und sauberer Fortschritt

Besonders gelungen wirkt im Hands-on die Verbindung aus Bosskampf und Progression. Besiegte Gegner landen nicht nur als Trophäen im Inventar, sondern werden Teil von Roses Tarot-Deck. Dadurch schalten sie neue Arcana frei, also Zauber, Fähigkeiten und Spezialaktionen. Ein Boss liefert etwa ein Holy-Cross-Motiv, ein anderer öffnet mit Holy Light den Weg durch zuvor feste Chaos-Scherben und kann Angriffe ablenken, wenn das Timing sitzt. Das ist ein starkes Detail, weil Progression damit nicht nur Zahlen erhöht, sondern den Weg durch die Welt konkret verändert.

PlayStation betont außerdem, dass die Bosse fordernd sind, aber nicht unfair wirken. Genannt werden unter anderem Kämpfe gegen The Fallen in den Kanälen und gegen Jeanne d’Arc auf einem Dach, beide mit klar lesbaren, aber harten Angriffsmustern. Das spricht für einen Schwierigkeitsgrad, der Geduld und Wiederholung verlangt, ohne sich in billigen Überraschungen zu verlieren. Gerade im Horror- und Gothic-Fach ist das ein besseres Signal als reine Härtepose. Eine andere Spielart von düsterem PS5-Horror seht ihr übrigens bei Until Dawn 2 für 2027.

Unter dem Strich liefert dieses Hands-on genau die Art von Beruhigung, die Castlevania-Fans nach Jahren der Funkstille hören wollten. Castlevania: Belmont’s Curse wirkt nicht wie ein Trendprodukt, das zufällig eine alte Marke trägt, sondern wie ein Projekt mit klarer Vorstellung davon, warum die Serie einmal funktioniert hat. Wenn Evil Empire die Balance aus Karte, Kampf und Fähigkeiten bis zum Start hält, könnte hier eines der runder wirkenden Action-Adventures des Herbstes landen. Auf PS5 erscheint das Spiel laut PlayStation am 15. Oktober 2026. Mehr Meldungen aus demselben Bereich findet ihr im Game-News-Hub.

Quelle: Castlevania: Belmont’s Curse hands-on report