Embracer hat am 13. August 2026 ein neues Zeitfenster für zwei auffällige Rollenspiel- und Actionmarken gesetzt. Im offiziellen Quartalsbericht nennt der Konzern für Darksiders 4 und das nächste Spiel der Kingdom-Come-Reihe das Geschäftsjahr 2027/28. Übersetzt in echte Kalenderdaten bedeutet das: Beide Projekte sind aktuell für den Zeitraum zwischen April 2027 und März 2028 eingeplant. Das ist noch kein Release-Termin, aber deutlich mehr als bloßes Schweigen.

Die Meldung ist vor allem deshalb interessant, weil Embracer damit mehrere Prioritäten auf einmal sichtbar macht. Der Bericht nennt neben den beiden Spielen auch Tomb Raider: Catalyst als Teil desselben Fensters. Damit wird klar, welche größeren Projekte der Konzern nach seinem Übergangsjahr als Zugpferde für die nächste Phase betrachtet. Für Spieler ist die nüchterne Kernaussage simpel: Weder Darksiders 4 noch das nächste Kingdom Come scheinen aktuell für 2026 oder die ersten Monate 2027 vorgesehen zu sein.

Was Embracer tatsächlich bestätigt hat

Wichtig ist der genaue Wortlaut der Veröffentlichung. Embracer nennt kein exaktes Datum, keine Plattformliste für das neue Kingdom Come und auch keinen finalen Untertitel. Bestätigt ist lediglich, dass Gunfire Games mit Darksiders 4 und Warhorse Studios mit dem nächsten Kingdom Come im Geschäftsjahr 2027/28 eingeplant sind. Genau deshalb sollte man die Meldung weder kleiner noch größer machen, als sie ist: Das ist ein verlässliches Releasefenster aus einem Finanzbericht, aber noch keine klassische Launch-Ankündigung mit Trailer und Vorbestellerdatum.

Gerade bei börsennotierten Publishern sind solche Angaben trotzdem relevant. Geschäftsberichte werden nicht aus Marketing-Laune formuliert, sondern sollen Investoren eine belastbare Erwartung über die mittlere Pipeline geben. Wenn Embracer diese beiden Marken dort ausdrücklich nennt, ist das ein Signal, dass beide Projekte intern als reale Umsatzträger der kommenden Phase geführt werden. Nach dem Umbau, den wir bereits bei Embracers Aufspaltung in Fellowship Entertainment und die Restgruppe eingeordnet haben, bekommt diese Planung zusätzliches Gewicht.

Warum das für Darksiders 4 wichtig ist

Für Darksiders 4 bedeutet der Eintrag vor allem eins: Das Spiel bleibt klar auf Kurs, auch wenn Embracer bisher sparsam mit neuen Details umgeht. Die Reihe hat zwar eine treue Fanbasis, war zuletzt aber eher durch Erinnerung als durch aktuelle Sichtbarkeit präsent. Ein Platz in der 2027/28-Pipeline hält das Projekt aus der Gerüchtezone heraus und zeigt, dass Gunfire Games nicht bloß auf eine entfernte Zukunft vertröstet wird.

Spannend ist dabei weniger das Jahr an sich als die Funktion innerhalb des Konzerns. Darksiders ist groß genug, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, aber nicht so riskant wie eine komplett neue AAA-Marke. Genau solche Reihen sind in einer Phase der Neuordnung oft wertvoll. Sie bringen Wiedererkennbarkeit mit, ohne dass sofort die Erwartung eines Milliarden-Events im Raum steht.

Beim nächsten Kingdom Come ist der Kontext fast noch wichtiger

Beim nächsten Kingdom Come fällt auf, wie vorsichtig Embracer formuliert. Der Bericht spricht bewusst nur vom nächsten Spiel der Franchise, nicht von einem konkret benannten Teil. Das lässt Raum für verschiedene Möglichkeiten: eine direkte Fortsetzung, ein Spin-off oder ein Titel, der erst später einen Namen bekommt. Für Warhorse ist das trotzdem eine starke Positionsbestimmung. Das Studio bleibt klar im Kreis der großen Embracer-Marken verankert, obwohl es zuletzt eher durch das Herr-der-Ringe-Gerücht rund um Warhorse und Debatten um Personal- und Produktionsfragen in den Nachrichten war.

Hinzu kommt die breitere Konzernlage. Embracer nennt im selben Atemzug Projekte mit Crystal Dynamics, Flying Wild Hog und Eidos Montréal. Gerade der Verweis auf Eidos ist bemerkenswert, weil das Studio trotz seiner 124 gestrichenen Stellen und des Chefwechsels weiter in langfristigen Großprojekten auftaucht. Das spricht dafür, dass Embracer seine Premium-Marken enger bündelt und öffentlich nur die Titel hervorhebt, die für die nächste Wachstumsphase zählen sollen.

Was das Releasefenster praktisch bedeutet

Für Fans ist das Fenster gleichzeitig hilfreich und frustrierend. Hilfreich, weil es eine klare Untergrenze setzt: Vor April 2027 sollte aktuell niemand mit einem Release rechnen. Frustrierend, weil der Korridor fast zwölf Monate breit ist und damit noch viel Spielraum für Verschiebungen, Marketingaufbau und taktische Terminwahl lässt. Finanzberichte zeigen normalerweise eher die grobe Landezone als den finalen Flughafen.

Trotzdem ist diese Art von Bestätigung wertvoller als vage Insider-Gerüchte. Sie ordnet Erwartungen, ohne künstlichen Hype zu produzieren. Für NyaGames ist genau das der Kern der Meldung: Embracer hat zwei lange beobachtete Projekte nicht nur indirekt gestreift, sondern sie in seinem offiziellen Zeitplan verankert. Mehr als das ist es heute nicht. Weniger aber eben auch nicht. Wer ähnliche Branchenmeldungen verfolgt, findet weitere Einordnungen im Game-News-Hub.

Quelle: Embracer Group publishes Interim Report Q1, April-June 2026: Cash EBIT amounted to SEK 47 million