End of Abyss war bei seiner Vorstellung leicht als reiner Stimmungstreffer einzuordnen: dunkle Gaenge, deformierte Kreaturen, Ex-Tarsier-Leute im Team, dazu ein Look irgendwo zwischen Industriealbtraum und Survival-Horror. Ein neues Hands-on auf Xbox Wire macht aber deutlich, dass hinter dem Spiel mehr steckt als ein starker Trailer. Das Debuet von Section 9 Interactive setzt auf ein kompaktes Action-Abenteuer mit sauberem Kampfgefuehl, Erkundungsschleifen und einem klaren Sci-Fi-Horror-Profil. Laut dem Studio erscheint das Spiel am 1. Oktober 2026 fuer Xbox Series X|S, PS5 und PC via Epic Games Store.

Interessant ist vor allem, wie klar sich der spielerische Kern inzwischen abzeichnet. Xbox Wire beschreibt End of Abyss als top-down inszeniertes Twin-Stick-Spiel mit Metroidvania-Struktur. Hauptfigur Cel erkundet eine unterirdische Anlage, aktiviert Reaktorkerne, schaltet Wege frei und arbeitet sich ueber verschlossene Tueren, Rueckwege und Scanner-Hinweise immer tiefer in das System vor. Das klingt vertraut, aber gerade diese Vertrautheit koennte dem Spiel helfen. Viele Horror-Projekte bleiben im Pitch-Stadium haengen. End of Abyss wirkt dagegen schon jetzt wie ein Titel mit erkennbarem Rueckgrat.

Atmosphaere ja, aber nicht auf Kosten des Spielflusses

Der Tarsier-Stammbaum ist sichtbar. Section 9 wurde von frueheren Leads aus Little Nightmares und Reanimal mitgegruendet, und genau diese Schule erkennt man laut Hands-on sofort in der Bildsprache wieder: enge, drueckende Raeume, groteske Gegner und ein bewusster Fokus auf bedrueckende Details. Der Unterschied liegt in der Perspektive. Statt Hilflosigkeit zur Leitidee zu machen, setzt End of Abyss auf Gegenwehr. Cel startet mit einer Energiewaffe, spaeter kommen unter anderem Schrotflinte, Granaten und Hilfsmittel wie Fackeln dazu.

Das ist mehr als eine kleine Nuance. Gerade im aktuellen Horror-Zyklus sieht man oft zwei Extreme: entweder reine Ohnmacht oder ueberdrehten Bombast. End of Abyss scheint genau dazwischen anzusetzen. Das Spiel will bedrueckend wirken, ohne die Spieler staendig zu entwaffnen. Wer zuletzt Capcoms Erklaerungen zum Horror-Balanceakt von Resident Evil Requiem verfolgt hat, erkennt denselben Grundgedanken: Angst funktioniert oft dann am besten, wenn Kontrolle nie komplett weg ist, aber immer bruechig bleibt.

Was das Hands-on ueber Kampf und Aufbau verraet

Die spannendsten Details im Xbox-Text betreffen die Bedienung. Cel soll sich schnell und praezise anfuehlen, mit Ausweichrolle, aufladbarem Pistolen-Schuss und unterschiedlich nutzbaren Wurfgegenstaenden. Granaten lassen sich demnach kurz oder weit werfen, Heilung ist begrenzt und wird an Save-Pods wieder aufgefuellt. Dazu kommt ein Ressourcen- und Crafting-System fuer Munition, Ausruestung und permanente Upgrades.

Genau an diesem Punkt trennt sich atmosphaerische Kulisse von einem Spiel, das wirklich tragen kann. Wenn Bewegung, Trefferfeedback und Kartenstruktur stimmen, bekommt ein Horror-Spiel ploetzlich Wiederholungskraft. Dann laeuft man nicht nur durch starke Szenen, sondern will bewusst tiefer hinein. Das ist auch der Grund, warum End of Abyss aktuell interessanter wirkt als manch groesseres Showcase-Projekt. Beim Summer Game Fest 2026 gab es genug Trailer mit grossem Effekt und wenig Substanz. Section 9 liefert zwar noch keinen Vollbeweis, aber immerhin erkennbare Systeme.

Warum der Oktober-Termin plausibel wirkt

Dass Section 9 den 1. Oktober 2026 bereits so klar nennt, ist ebenfalls ein gutes Zeichen. Der offizielle Studiotext bleibt knapp, bestaetigt aber Plattformen und Termin ohne Weichzeichner. Gleichzeitig passt das Fenster erstaunlich gut zum Genre. Ein kompakter Sci-Fi-Horror-Titel kurz vor dem Jahresendgedraenge hat bessere Chancen, wahrgenommen zu werden, als mitten zwischen den ganz grossen Weihnachtsmarken unterzugehen. Auf Xbox kommt dazu der Vorteil, dass das Spiel mit seiner duesteren Science-Fiction und dem direkteren Kampfprofil sauber neben anderen Horrorprojekten steht, etwa Alien: Deathstorm als Rebellion-Action-Horror oder dem mittlerweile deutlich groesser gedachten Until Dawn 2.

Noch offen bleibt natuerlich, wie abwechslungsreich die Anlage, die Gegner und das Backtracking ueber mehrere Stunden wirklich sind. Das Hands-on deckt nur einen spaeteren Demo-Abschnitt ab und ersetzt keine Langzeitprobe. Aber fuer einen Debuettitel ist das Signal stark: End of Abyss verkauft sich ueber Herkunft, Look und eine ziemlich konkrete Spielidee. Wenn Section 9 diese Mischung aus Atmosphaere, sauberem Twin-Stick-Kampf und Metroidvania-Rhythmus bis Oktober durchhaelt, koennte hier einer der interessanteren Horror-Titel des Herbstes entstehen. Mehr Meldungen aus demselben Bereich findet ihr im Game-News-Hub.

Quelle: End of Abyss: I’m the Little Nightmare, and You’re Locked in Here With Me und GAME | Section 9