Amplitude schiebt für Endless Legend 2 ein Juni-Update nach, das mehrere Baustellen des Early Access gleichzeitig anfasst. Im Mittelpunkt stehen ein neues Questfenster mit deutlich weniger Klicks, ein überarbeiteter Markt für den Rohstoffhandel und mehrere KI- sowie Balance-Anpassungen, die Partien flussiger machen sollen. Laut dem aktuellen Entwickler-Update liegt der Fokus inzwischen stärker auf Bugs, Pacing und Lesbarkeit als auf blankem Content-Nachschub.

Gerade das ist für ein 4X-Spiel ein wichtiges Signal. Solche Titel leben auf Dauer von Systemen, die auch nach vielen Runden sauber ineinandergreifen. Wenn Quests sperrig wirken, der Markt bei großen Mengen nervt oder die KI bei Kriegen seltsam reagiert, bremst das den gesamten Spielfluss. Genau an dieser Stelle setzt das Juni-Update an und wirkt damit deutlich strategischer als ein klassischer Zwischenpatch.

Weniger Klicks, mehr Lesbarkeit bei Quests

Die auffälligste Änderung betrifft die Questdarstellung. Amplitude ersetzt das bisherige Dialogsystem durch ein neues Fenster, das Szenentexte, Auswahloptionen und Illustrationen klarer zusammenführt. Der Entwickler spricht offen davon, dass das alte System zu klicklastig war und die Erzählung zu oft im Interface unterging. Das neue Format soll diese Reibung abbauen, während die Ressourcenleiste bei Events sichtbar bleibt, damit Entscheidungen besser einzuordnen sind.

Dazu kommen inhaltliche Überarbeitungen für die Questlinien der Kin of Sheredyn und der Necrophages. Beide Fraktionen bekommen eine stärkere Tonalität und passendere Ziele. Bei den Kin soll die Builder-Identität besser zur Geltung kommen, während die Necrophages aggressiver und narrativ klarer auftreten sollen. Das passt gut zu früheren Anpassungen am Diplomatiegerüst, über die wir bereits bei Endless Legend 2s neuer Diplomatie mit Langzeitfolgen geschrieben haben.

Markt und Komfortfunktionen holen auf

Mindestens genauso relevant für lange Partien ist das Markt-Update. Wer bislang große Mengen Rohstoffe handeln wollte, musste viele Einzelklicks in Kauf nehmen. Mit dem Juni-Build führt Amplitude nun Bulk Buy und Bulk Sell ein. Dazu kommen Auto-Renew für Booster und eine Funktion, die Ressourcen über dem Lagerlimit automatisch verkauft. Das klingt nach kleinem Komfortdetail, spart in späteren Runden aber genau die Art von Mikromanagement, die Strategiespiele unnötig zäh machen kann.

Auch an anderer Stelle arbeitet das Studio am Spielfluss. Die Frequenz von Zufallsevents wurde reduziert und ihr Timing besser verteilt, damit nicht mehrere Ereignisse gleichzeitig auf einen Zug prallen. Zusätzlich wurde die Seenhäufigkeit auf manchen Karteneinstellungen zurückgenommen, nachdem der Mai-Build laut Amplitude etwas zu viele Wasserbarrieren erzeugt hatte. Solche Korrekturen erinnern daran, wie stark Early Access derzeit über Systemfeinschliff definiert wird, ähnlich wie bei Heroes of Might and Magic: Olden Era im Early Access oder dem Shapez-2-Launch in Version 1.0.

Die KI soll Kriege vernünftiger beenden

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kriegslogik. Viele Spieler hatten kritisiert, dass die KI kaum kapituliert oder selbst in verlorenen Situationen an unlogischen Forderungen festhält. Laut PTB-Changelog lag das Problem weniger in der KI-Entscheidung selbst als in den viel zu hohen Kapitulationskosten. Das Studio hat die Formel nun überarbeitet, linearer gemacht und gedeckelt. Dadurch soll die KI eher bereit sein, einen Krieg realistisch zu beenden, statt sich wirtschaftlich in die Wand zu fahren.

Parallel schraubt Amplitude bereits an einem noch größeren Eingriff für spätere Updates: Die simultanen Züge sollen bei Armeebewegungen stark beschnitten werden, damit KI-Armeen nicht mehr während des menschlichen Zuges über die Karte hetzen. Im aktuellen Juni-Update ist diese Änderung noch Zukunftsmusik, aber die Richtung ist klar. Das Team balanciert nicht bloß Werte, sondern arbeitet am gesamten Rhythmus einer Partie.

Warum dieses Update wichtiger ist als eine neue Feature-Liste

Das Juni-Update wirkt deshalb interessant, weil es mehrere typische Early-Access-Probleme gleichzeitig adressiert: zu viel Klickarbeit, zu wenig Transparenz, zu zähe Menüs und unstimmige KI-Reaktionen. Keiner dieser Punkte verkauft allein einen Trailer, zusammen entscheiden sie aber darüber, ob eine Strategiepartie nach Runde 80 noch Spaß macht. Für Endless Legend 2 ist das wahrscheinlich der sinnvollere Weg, als jetzt hektisch immer neue Systeme aufzutuermen.

Unterm Strich sieht der Patch nach einer Stabilisierungsetappe aus, die der Langzeitversion gut tun kann. Wenn das neue Questfenster im Live-Build hält, was die PTB-Vorschau verspricht, und die KI in Kriegen wirklich nachvollziehbarer reagiert, gewinnt Endless Legend 2 vor allem dort, wo 4X-Spiele ihren Ruf verlieren oder festigen. Mehr aus dem Themenbereich findet ihr im Game-News-Hub.

Quelle: State Of The Game - June 2026