Mit dem Evercade Nexus bringt Blaze im Oktober 2026 einen neuen Retro-Handheld auf den Markt, der die Linie der bisherigen Evercade-Geräte deutlich erweitert. Der wichtigste Unterschied springt sofort ins Auge: Erstmals verbaut das Unternehmen Analogsticks. Das klingt nach einer kleinen Hardware-Änderung, ist für die Plattform aber ein echter Richtungswechsel, weil damit plötzlich deutlich mehr 3D-Spiele sinnvoll auf dem Gerät spielbar werden.

Laut der Ankündigung von Eurogamer wird der Handheld als Nachfolger des EXP-R positioniert und erscheint in einer Standardversion sowie als limitierte “Nexus 64 Edition”. Für Retro-Fans ist das mehr als ein kosmetisches Update. Blaze versucht sichtbar, die Evercade-Marke von einem charmanten Nischengerät hin zu einem breiter einsetzbaren System für klassische 2D- und 3D-Spiele zu schieben.

Warum die Analogsticks hier der eigentliche Wendepunkt sind

Bisher war Evercade vor allem stark, wenn es um klassische Arcade-, 16-Bit- und andere D-Pad-freundliche Spiele ging. Mit Analogsticks öffnet sich die Tür für Titel, die auf älteren Geräten technisch zwar denkbar, im Alltag aber eher unbeholfen wirkten. Eurogamer verweist in diesem Zusammenhang direkt auf bereits erhältliche Evercade-Fassungen von 3D-Spielen wie Legacy of Kain und Tomb Raider.

Genau deshalb ist auch das Bundle interessant: Der Standard-Handheld kommt laut Bericht mit Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie auf Cartridge. Das ist kein zufälliger Beipackzettel, sondern eine klare Botschaft. Blaze will zeigen, dass der Nexus nicht nur ein weiteres Gerät für Retro-Sammler ist, sondern ein Modell, das 3D-Klassiker glaubwürdiger abbilden soll als frühere Evercade-Handhelds.

Größerer Bildschirm, neue Funktionen, klarere Positionierung

Neben den Sticks nennt Blaze mehrere konkrete Hardware-Neuerungen. Der Nexus soll ein 5,98-Zoll-IPS-Display mit 500 Nits Helligkeit bieten. Zum Vergleich: Das EXP-R lag deutlich darunter. Dazu kommen strukturierte Trigger, Wi‑Fi 6 für schnellere Downloads, Frontlautsprecher und die Unterstützung für kabellose Kopfhörer. Die geschätzte Akkulaufzeit liegt laut Hersteller bei rund fünf Stunden.

Außerdem führt Blaze ein System für kabelloses Game Sharing ein. Wer einen zweiten Nexus in Reichweite hat, soll Mehrspieler-Spiele ohne zweite Cartridge starten können. Gerade für Evercade passt das gut, weil das System schon immer stark über seine Sammler-Cartridges gedacht wurde. Wenn der Austausch zwischen zwei Geräten einfacher wird, steigert das den praktischen Wert des Ökosystems sofort.

Auch interessant: Blaze betont, dass die Analogsticks im TATE-Modus als Arcade-Stick genutzt werden können. Das zielt direkt auf Fans vertikal ausgerichteter Shooter und klassischer Automaten-Spiele. Es ist ein kleines Detail, aber eines, das zeigt, wie gezielt Blaze die eigene Kernzielgruppe anspricht.

Preis und Editionen: ambitioniert, aber nicht völlig abgehoben

Die Standardversion des Evercade Nexus soll laut Eurogamer 199,99 Euro kosten. Die limitierte 64 Edition liegt bei 229,99 Euro und packt zusätzlich unter anderem einen Displayschutz, ein Poster und ein Echtheitszertifikat dazu. Vorbestellungen für das Standardmodell starten am 1. April, die Sonderedition ist über Funstock bereits geöffnet und auf 2000 Stück begrenzt.

Damit liegt der Nexus klar über den günstigeren Retro-Handhelds, die eher als Impulskauf funktionieren. Gleichzeitig bleibt das Gerät noch in einem Bereich, in dem Sammler und Hardware-Fans mitziehend dürften, wenn das Gesamtpaket stimmt. Genau dort wird sich entscheiden, ob Blaze den Schritt aus der Liebhaber-Ecke schafft oder ob der Nexus vor allem ein Premium-Spielzeug für bestehende Evercade-Fans bleibt.

Was die Ankündigung für den Retro-Markt bedeutet

Der Markt für Retro-Hardware ist 2026 deutlich härter umkämpft als noch vor ein paar Jahren. Hersteller müssen heute mehr liefern als Nostalgie, hübsche Verpackungen und eine gute Idee. Wer Aufmerksamkeit will, braucht einen klaren Nutzen. Der Evercade Nexus hat diesen Nutzen zumindest auf dem Papier: mehr Komfort, größere Bandbreite bei Spielen und bessere Alltagstauglichkeit.

Das ist auch deshalb spannend, weil Handheld-Gaming insgesamt wieder stärker in Bewegung ist. Wir hatten zuletzt schon auf NyaGames über Sonys weltweite PS5-Preiserhöhung, das Switch-2-Modell mit Wechselakku für Europa und die RAM-Probleme bei Gaming-Hardware geschrieben. Der Nexus spielt zwar in einer kleineren Liga, profitiert aber vom selben Grundtrend: Mobile Gaming-Hardware wird differenzierter, und Nischenprodukte müssen heute viel präziser erklären, warum sie einen Platz im Setup verdienen.

Wer den Preis mit anderen Geräten vergleicht, wird automatisch auch auf Themen wie beste PC Spiele Angebote oder Gaming Deals Deutschland schauen. Beim Nexus dürfte das aber nur begrenzt greifen. Hier verkauft Blaze weniger rohe Leistung als ein kuratiertes Retro-Gefühl mit physischer Cartridge-Idee und klarer Markenidentität.

Einschätzung

Der Evercade Nexus wirkt wie der bislang sinnvollste Versuch, die Evercade-Reihe aus ihrer Komfortzone zu holen. Analogsticks, größerer Bildschirm und drahtloses Sharing sind keine Revolution, aber sie adressieren genau die Punkte, an denen frühere Geräte enger wirkten als nötig. Wenn Verarbeitung, Display und Stick-Qualität stimmen, könnte der Nexus für Retro-Fans deutlich relevanter werden als seine Vorgänger.

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Quelle: Evercade unveils its next-gen retro gaming handheld Nexus, with analogue sticks and Banjo-Kazooie 1&2 bundled in