Es gibt Momente in der Gaming-Welt, die man am liebsten in Echtzeit erleben würde – und Christopher Judge bei einer Signierstunde auf der kanadischen Fan Expo gehört eindeutig dazu. Der Mann, dessen markante Bassstimme seit 2018 die Videospiel-Version von Kratos zum Leben erweckt, ließ dort nämlich einige sehr interessante Informationen fallen. Streamer Fuzhpuzy hat die Szene auf YouTube festgehalten – ob sich Judge über die Kamera bewusst war, ist unklar – aber die Aussagen haben seitdem die gesamte God of War-Community in Aufruhr versetzt.
Das Wichtigste zuerst: Christopher Judge wird nicht in den kürzlich angekündigten Remakes der originalen God of War-Trilogie zu hören sein. Für die Neuauflagen der klassischen griechischen Spiele kehrt stattdessen TC Carson zurück – jener Schauspieler, der Kratos in den frühen PlayStation-2-Titeln seine Stimme geliehen hat. Das ist eine Entscheidung, die retrospektiv durchaus Sinn ergibt: Die Remakes sollen die originalen Spiele für moderne Hardware aufpolieren, und da liegt es nahe, auch den original Sprecher wieder ans Mikrofon zu holen. Judge, der moderne Kratos-Darsteller aus der Nordic-Era, bleibt damit der Figur in ihrer neueren, nachdenklicheren Inkarnation treu.
Weit spannender ist jedoch, was Judge zwischen den Zeilen andeutete. Auf die Frage nach seiner Zukunft bei Sony Santa Monica antwortete er, Fans würden “probably late summer” hören, woran man arbeite. Diese Formulierung ist naturgemäß vage – Judge könnte an einem direkten Sequel zu God of War Ragnarök (2022) arbeiten, aber genauso gut auch in einer ganz anderen Kapazität mit dem Studio zusammenwirken. Trotzdem lässt der Kontext kaum eine andere Interpretation zu: Irgendetwas Größeres, höchstwahrscheinlich ein neues Kapitel in der Reihe, befindet sich offenbar in Entwicklung.
Dieser Tease passt perfekt zu dem, was Bloomberg-Journalist Jason Schreier bereits im vergangenen Jahr andeutete. Laut Schreier arbeitet Sony Santa Monica unter Leitung von Langzeit-Regisseur und Produzent Cory Barlog an einem Projekt, das kein neues IP sei – aber sich “anfühlen könnte wie eines”. Schreier betonte dabei ausdrücklich, dass alle Gerüchte über ein Sci-Fi-Setting kompletter Unsinn seien, und warnte gleichzeitig davor, ihn mit weiteren Fragen zu löchern: Wenn er mehr berichten könne, werde er es in einem Artikel tun. Ein Developer hat außerdem im vergangenen August angedeutet, dass Sony Santa Monica parallel auch an einem völlig neuen IP arbeite – dem ersten seit über zwanzig Jahren. Geheimnisse über Geheimnisse, also.
Das ist das spannende Dickicht, in dem sich die God of War-Fangemeinde gerade befindet. Weder die Natur des nächsten großen Projekts noch ein konkretes Reveal-Datum sind bestätigt. Und doch: Wenn ein Hauptdarsteller auf einer öffentlichen Veranstaltung den Sommer als Zeitraum für Neuigkeiten nennt, klingt das weniger nach Kaffeesatz-Lesen und mehr nach einer Sache, die tatsächlich bereits einen Kalender im Studio blockiert. Der nächste Sommer-Showcase – Sony hält traditionell im Sommer größere Präsentationen ab – könnte also der Ort sein, an dem der Vorhang fällt.
Bis dahin gibt es freilich Ablenkung in Hülle und Fülle. Der kürzlich erschienene Sons of Sparta, ein pixeliger 2D-Spin-off, bietet schon mal einen neuen GoW-Happen. Und wer die Serie in ihrer modernen Form aufholen möchte, findet Ragnarök inzwischen günstig auf PC, wo es auf Steam wunderbar läuft. Wer beim CD Key Preisvergleich schaut, kann durchaus ein Schnäppchen machen. Auch eine Amazon-TV-Serie zu God of War ist in Arbeit – Kratos als Seriencharakter, das dürfte eine eigene Diskussion wert sein.
Wer sich übrigens auch für andere spannende Sequel-Gerüchte interessiert: Bei Elden Ring 2 brodelt die Gerüchteküche ähnlich heiß, und was Cyberpunk 2077-Sequel Project Orion angeht, ist ebenfalls noch vieles im Dunkeln. Die großen Studios halten ihre Karten eben gerne lange verdeckt.
Meine Einschätzung: Christopher Judge klingt nicht wie jemand, der ins Blaue spekuliert. Er hat Kratos vier Jahre mitgeprägt, er kennt das Studio, und er hat sich auf einer öffentlichen Bühne auf einen konkreten Zeitraum festgelegt. Das riecht stark nach einem GoW-Reveal im Sommer 2026 – und ich für meinen Teil kann es kaum erwarten.
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