Mit Hordeguard: Winds of the North ist ein neues PC-Projekt aufgetaucht, das seine Richtung erstaunlich klar benennt. Publisher Daedalic Entertainment und Entwickler Black Deer Games haben das Spiel für Steam angekündigt. Laut der Meldung von Gematsu ist der Titel ein Wikinger-Fantasy-Spiel, das Tower Defense, Ressourcenverwaltung, Rollenspielfortschritt und direkte Kämpfe miteinander verbinden will. Genau diese Mischung macht die Ankündigung interessant, weil sie nicht nur auf ein Setting setzt, sondern auf ein deutlich umrissenes Systemversprechen.

Fest steht bisher: Hordeguard: Winds of the North ist für PC via Steam geplant, ein konkretes Releasedatum gibt es noch nicht. Gleichzeitig ist bereits eine Steam-Seite live, auf der sich das Projekt einordnen lässt. Dort wird das Spiel als Action-Strategie-Defense beschrieben, bei der ihr Ressourcen sammelt, euer Dorf befestigt und anschließend gegen immer stärkere Wellen mythischer Gegner standhalten müsst. Wer in den letzten Monaten beobachtet hat, wie viele kleinere PC-Projekte über klare Kernmechaniken Profil gewinnen wollen, findet hier eine ähnliche Linie wie bei Toei Games und seiner neuen Steam-Strategie oder bei Chaos Gate: Deathwatch als taktischer 40K-Fortsetzung.

Was an Hordeguard bereits bestätigt ist

Die Steam-Seite liefert mehr als nur ein paar Schlagworte. Bestätigt sind ein Solo-Modus, lokaler Splitscreen-Koop und Steam Remote Play Together. Außerdem nennt Valve bereits Deutsch als unterstützte Interface-Sprache. Inhaltlich beschreibt die Store-Seite einen Ablauf, bei dem ihr nicht nur Mauern und Verteidigungen platziert, sondern selbst mit der Waffe an die Front geht. Das Dorf ist dabei kein bloßer Menü-Hub, sondern der eigentliche Mittelpunkt jeder Runde.

Damit positioniert sich Hordeguard zwischen mehreren Genres zugleich. Einerseits steckt klassischer Basenbau darin: Ressourcen sammeln, Wände hochziehen, Strukturen verbessern. Andererseits soll der Titel kein reines Kommandospiel bleiben, weil ihr laut offizieller Beschreibung selbst Schwachstellen stopft, Feinde direkt bekämpft und unter Zeitdruck zwischen Risiko und Absicherung abwägen müsst. Genau dieser Hybrid-Ansatz kann funktionieren, wenn beide Seiten sauber ineinandergreifen. Er kann aber auch zerfasern, falls sich Strategie und Action am Ende gegenseitig im Weg stehen.

Der Spielablauf klingt nach Druck statt Leerlauf

Besonders spannend ist der Teil zwischen den Angriffswellen. Laut Steam müsst ihr das Dorf verlassen, Beute einsammeln, umherziehende Gegner bekämpfen und rechtzeitig zurückkehren, bevor die nächste Angriffswelle startet. Das ist wichtig, weil viele Tower-Defense-Spiele in ruhigen Aufbauphasen verharren. Hordeguard will diesen Rhythmus offenbar aufbrechen und aus jeder Vorbereitungsphase eine kleine Risikoentscheidung machen.

Hinzu kommt ein Fortschrittssystem über Erfahrungspunkte und Upgrade-Karten. Nach Kämpfen könnt ihr euren Helden formen, Verteidigungen verstärken und weitere Modifikatoren freischalten, die den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Das klingt nach einer Struktur, die auf Wiederholbarkeit und unterschiedliche Builds zielt, also eher nach einem Systemspiel als nach einer einmaligen Kampagne mit festen Lösungen. Wer solche Schleifen mag, dürfte auch einen Blick auf Probably Stolen und seinen Steam-Playtest werfen, wo ebenfalls der frühe Systemkern im Vordergrund steht.

Warum Daedalic als Publisher hier relevant ist

Die Ankündigung wirkt auch deshalb erwähnenswert, weil Daedalic Entertainment das Projekt publiziert. Für ein kleineres Team wie Black Deer Games kann das entscheidend sein: mehr Sichtbarkeit, klarere Vermarktung und im Idealfall mehr Produktionssicherheit. Gematsu verweist zudem darauf, dass ein weiterer Blick auf das Spiel im Rahmen von “Daedalic Days: Late at Night” am 13. August folgen sollte. Das spricht dafür, dass die erste Vorstellung bewusst als Auftakt gedacht ist und nicht als einmaliger Überraschungsdrop ohne Anschlusskommunikation.

Für die Einordnung heißt das: Noch ist Hordeguard kein Spiel, das mit einem riesigen Faktenpaket auf den Markt kommt. Aber die vorhandenen Angaben sind konkret genug, um das Projekt als mehr als nur Stimmungs-Trailer abzulegen. Plattform, grober Loop, Koop-Fokus und spielerische Rollenverteilung stehen bereits. Gerade der Koop-Aspekt könnte tragen, weil die Aufgaben laut Store-Seite bewusst aufteilbar sind: Eine Person sammelt Ressourcen oder repariert, die andere baut oder kämpft an der Front. Wenn das Balancing stimmt, entsteht daraus echter Teamdruck statt bloß doppelter Bildschirmfläche.

Erste Einschätzung

Im besten Fall entwickelt sich hier ein kompaktes Wikinger-Strategiespiel mit echtem Zug nach vorn. Im schlechteren Fall bleibt es bei einer attraktiven Mischung aus Schlagworten, die spielerisch nicht sauber zusammenfindet. Noch fehlen lange Gameplay-Szenen, UI-Details und ein klarer Releaserahmen. Trotzdem setzt die Ankündigung einen brauchbaren Haken: Hordeguard: Winds of the North hat bereits jetzt ein klareres Profil als viele andere frühe Steam-Neuvorstellungen.

Wer laufend solche Projekte verfolgt, findet weitere Meldungen im Game-News-Hub.

Quelle: Viking tower defense action game Hordeguard: Winds of the North announced for PC, Hordeguard: Winds of the North on Steam