Resident Evil 1, 2 und 3 sind ab sofort wieder offiziell auf Steam verfügbar. Capcom hat damit die klassische Original-Trilogie der Reihe auf Valves Plattform gebracht – jeweils für 9,99 US-Dollar, zum Start sogar mit 50 Prozent Rabatt. Für viele Fans ist das auf den ersten Blick genau die Art von Re-Release, die seit Jahren gefordert wurde. Der Haken: Kurz nach der Freischaltung häufen sich Berichte über DRM-Probleme und fehlende Steam-Deck-Unterstützung.
Damit wird aus einer eigentlich erfreulichen Meldung sofort wieder eine typische Capcom-Debatte. Denn die Rückkehr der Klassiker ist an sich ein starkes Signal für Archivierung, Zugänglichkeit und PC-Erhalt. Wenn die neuen Steam-Versionen technisch schlechter laufen oder unnötige Hürden einbauen, kippt die Stimmung jedoch schnell.
Was Capcom jetzt auf Steam veröffentlicht hat
Laut IGN sind Resident Evil (1996), Resident Evil 2 (1998) und Resident Evil 3: Nemesis (1999) seit dem 2. April auf Steam erhältlich. Preislich liegen die Titel bei 9,99 Dollar pro Spiel, zum Start aber reduziert, sodass die komplette Trilogie zusammen 14,97 Dollar kostet. Inhaltlich handelt es sich um die klassischen Fassungen der drei Spiele, also nicht um die modernen Remakes.
Das ist für die Reihe durchaus relevant. Die Originale sind nicht bloß historische Fußnoten, sondern prägen bis heute, wie Survival Horror strukturiert wird: starre Kameraperspektiven, Ressourcenknappheit, Wegführung über Schlüssel-Logik und permanenter Druck. Wer verstehen will, warum Resident Evil bis heute als Genre-Marke funktioniert, landet früher oder später bei genau diesen Versionen.
Dass Capcom den Klassiker-Katalog wieder sichtbarer macht, passt zudem in ein größeres Serienbild. Die Marke ist 2026 präsent wie lange nicht, vom jüngsten Momentum rund um Resident Evil Requiem auf Steam bis zu Fragen, wie Capcom das 30. Jubiläum der Reihe weiter nutzen könnte.
Warum die Kritik direkt nach dem Launch aufkam
Die frühe Euphorie wurde laut IGN schnell von Nutzerberichten auf Steam gebremst. Mehrere Käufer sprechen von unnötigem DRM, fehlenden Komfortfunktionen und Problemen auf dem Steam Deck. Besonders kritisch ist der Vorwurf, dass die neuen Steam-Versionen ohne klare Mehrwerte gegenüber bereits verfügbaren PC-Fassungen erscheinen, dabei aber zusätzliche Schutzmechanismen mitbringen.
Für Capcom ist das ein heikles Thema, weil die Firma in diesem Bereich schon einmal Gegenwind kassiert hat. Anfang 2024 sorgte die Integration von Enigma-DRM in Resident Evil 4 Remake für Kritik, ehe Capcom die Technik später wieder entfernte. Den Hintergrund dazu findet ihr in unserem Artikel über Capcoms Enigma-DRM-Rückzug bei Resident Evil 4 Remake.
Gerade auf dem PC reagieren Fans auf solche Eingriffe empfindlich – und oft zu Recht. Wer alte Spiele erneut kauft, erwartet vor allem drei Dinge: problemlose Kompatibilität, saubere Performance und moderne Plattform-Features wie Cloud Saves oder Handheld-Tauglichkeit. Wenn stattdessen erst diskutiert werden muss, ob die Spiele auf dem Steam Deck überhaupt zuverlässig laufen, wirkt der Re-Release unnötig halbherzig.
Was das für Steam-Deck-Spieler und Serienfans bedeutet
Für Besitzer von Valves Handheld ist die Lage vorerst unklar. IGN zitiert Stimmen aus der Community, laut denen die Spiele auf dem Steam Deck gar nicht oder nur unzuverlässig funktionieren. Solange Capcom dazu keine technische Einordnung nachliefert, bleibt das ein echter Unsicherheitsfaktor – besonders für Spieler, die klassische Horror-Spiele bewusst mobil nachholen wollen.
Auch abseits des Decks stellt sich eine Grundsatzfrage: Reicht es heute noch, alte Spiele schlicht erneut zu verkaufen? Bei ikonischen Reihen wie Resident Evil lautet die Antwort eher nein. Wer eine Neuveröffentlichung sauber positionieren will, muss zeigen, dass Preservation und Nutzerkomfort ernst genommen werden. Sonst entsteht schnell der Eindruck, dass Nostalgie monetarisiert wird, ohne die Plattformbesonderheiten mitzudenken.
Warum die Veröffentlichung trotzdem wichtig ist
Trotz aller Kritik ist die Steam-Rückkehr der Original-Trilogie keine Kleinigkeit. Viele jüngere Spieler kennen Resident Evil nur über die Remakes oder neuere Teile. Jetzt werden die Wurzeln der Serie wieder leichter zugänglich – zumindest theoretisch. Für Horror-Fans, Genre-Historiker und neugierige Neueinsteiger ist das grundsätzlich ein Gewinn.
Zugleich zeigt der Fall, wie eng Katalogpflege und technische Umsetzung heute zusammenhängen. Ein Klassiker-Release erzeugt positive Schlagzeilen nur dann dauerhaft, wenn Preis, Plattformqualität und Funktionsumfang zusammenpassen. Wer mehr aktuelle Meldungen aus genau diesem Bereich sucht, findet sie gebündelt in unserem Game-News-Hub.
Kurze Einschätzung
Capcom trifft mit der Rückkehr der ersten drei Resident-Evil-Spiele auf Steam den richtigen Nerv, schwächt den eigenen Erfolg aber womöglich direkt wieder durch technische Reibung und DRM-Diskussionen. Wenn der Publisher hier schnell nachbessert, kann aus dem Re-Release trotzdem noch ein starkes Archivierungs-Signal werden. Bleiben die Probleme bestehen, reden Fans am Ende weniger über drei Horror-Klassiker als über einen unnötig holprigen PC-Launch.
Quelle: Capcom Adds All 3 OG Resident Evil Games to Steam, But There’s a Catch
