Konami hat bei Sonys State of Play am 3. September 2026 mit Rhapsody in Scarlet eine neue Marke für die PS5 vorgestellt. Der erste Eindruck fällt sofort aus dem üblichen Sci-Fi- und Mittelalter-Mix heraus: Das Spiel setzt auf die Straßen eines stilisierten New York der 1920er-Jahre, auf Jazz-Atmosphäre, geheime Magierzirkel und ein Kampfsystem, das Magie mit Bestien kombiniert. Gerade weil viele Showcase-Abende vor allem Fortsetzungen und bekannte Reihen tragen, wirkt diese Ankündigung wie ein bewusst gesetzter Fremdkörper im positiven Sinn.
Im Mittelpunkt steht Ellie, eine junge Magierin, die nach New York kommt, um als Jazzsängerin Karriere zu machen. Laut PlayStation gerät sie nach einem Vorfall in die Machenschaften einer mysteriösen Mafia-Organisation und trifft dabei auf Ilya, die Anführerin der Magiergruppe Seekers. Die beiden Figuren prallen zunächst mit gegensätzlichen Werten aufeinander, arbeiten im Verlauf der Geschichte aber zusammen gegen eine Bedrohung, die das Gleichgewicht der Welt gefährden soll. Das klingt auf dem Papier klassisch, bekommt durch das Setting aber einen deutlich frischeren Rahmen als viele andere Actionspiele.
Das Kampfsystem will über Stil hinausgehen
Die spannendste Zusage der Ankündigung betrifft das eigentliche Spielgefühl. Konami beschreibt Rhapsody in Scarlet nicht einfach als Action-Abenteuer mit Magie, sondern als Spiel mit anpassbaren Kombos aus Nahkampf, Fernangriffen, Flächeneffekten und Begleiter-Techniken. Ellie kämpft nicht allein, sondern zusammen mit einer Bestie namens Sköll. Genau daraus soll der Kern des Systems entstehen: unterschiedliche Angriffe so zu verketten, dass sich der eigene Stil je nach Gegnertyp und Situation verändern lässt.
Das ist mehr als Marketing-Sprech, wenn das Team die versprochene Flexibilität wirklich einlöst. Viele moderne Actionspiele behaupten zwar Freiheit im Kampf, landen am Ende aber doch bei festen Standardroutinen. Hier klingt die Idee eher danach, dass unterschiedliche Zauber, Beast-Techniken und Distanzwechsel tatsächlich ineinandergreifen sollen. Nach einem Showcase, in dem auch bekannte Marken wie Resident Evil Requiem weiter Profil aufgebaut haben, ist so ein neuer Systemfokus ein wichtiger Grund, warum der Titel im Gedächtnis bleibt.
1920er-New-York ist hier nicht nur Kulisse
Besonders auffällig ist, wie stark Konami die Stadt und Epoche betont. Laut der Vorstellung haben Architektur, Mode, Autos und Speakeasies der Prohibitionszeit eine zentrale Rolle bei der Weltgestaltung gespielt. Gleichzeitig mischt das Studio reale Vorbilder mit Fantasy-Elementen wie Magie, Bestien und einem verborgenen magischen Stadtviertel. Das Ergebnis soll also keine historische Rekonstruktion sein, sondern eine Variante des New York der Goldenen Zwanziger, in der Jazz und Okkultismus zusammenlaufen.
Genau diese Entscheidung könnte dem Spiel viel Eigenständigkeit geben. Wenn eine neue Marke Aufmerksamkeit gewinnen will, reicht ein schicker Trailer allein selten aus. Sie braucht eine erkennbare Identität, die sich in Bildern, Musik und Figuren sofort festsetzt. Bei Rhapsody in Scarlet scheint Konami genau darauf zu zielen. Das erinnert an den Effekt, den stilistisch markante Enthüllungen auch bei der jüngsten State-of-Play-Ankündigung für den 3. September erzeugt haben: Nicht jedes Projekt muss riesig sein, wenn es optisch und tonal klar lesbar bleibt.
Was schon feststeht und was noch offen ist
Bisher bleibt Konami bei den harten Eckdaten vorsichtig. Bestätigt ist die PS5-Version, ein Release-Termin wurde in der PlayStation-Ankündigung noch nicht genannt. Fest steht außerdem, dass das Spiel bereits auf die Wunschliste gesetzt werden kann. Für den gleichen Tag hat Konami zusätzlich einen eigenen Konami Press Start-Stream angekündigt, der am 3. September 2026 um 17:00 Uhr CEST weitere Einblicke liefern soll. Damit ist gut möglich, dass die erste State-of-Play-Vorstellung nur der Auftakt war und Gameplay-Details oder Plattformfragen schon sehr bald nachgeschoben werden.
Für die Einordnung ist das ein vernünftiger Start. Statt zu früh mit einem Datum oder einer zu großen Versprechensliste nach vorne zu gehen, setzt Konami erst einmal auf einen klaren Ton und eine saubere Markenidentität. Gerade nach Wochen voller Plattform- und Service-Meldungen wie dem PS-Plus-Line-up für September tut eine neue Einzelmarke dem Showcase-Mix sichtbar gut.
Unterm Strich ist Rhapsody in Scarlet vor allem deshalb interessant, weil die Ankündigung nicht bloß nach austauschbarer Fantasy aussieht. Jazz, 1920er-New-York, eine Sängerin als Hauptfigur, geheime Magierfraktionen und beast-getriebene Kombos ergeben zusammen ein Profil, das man auf Anhieb wiedererkennt. Natürlich muss Konami noch beweisen, dass hinter dem Stil auch ein wirklich tragfähiges Kampfsystem und eine starke Dramaturgie stehen. Für einen ersten Reveal hat das Spiel aber genau das geschafft, was eine neue Marke schaffen muss: Es bleibt hängen. Mehr laufende Meldungen findet ihr in unserem Game-News-Hub.
