Sony geht laut einem aktuellen Bericht von Eurogamer erneut gegen mutmaßliche Shovelware im PlayStation Store vor. Entfernt wurden diesmal unter anderem komplette Kataloge von Publishern wie GoGame Console Publisher, VRCForge Studios und Welding Byte. Für viele Spieler klingt das zunächst nach einer Randnotiz aus dem Backend eines digitalen Shops. Dahinter steckt aber ein Thema, das für Sichtbarkeit, Vertrauen und die Qualität des Store-Erlebnisses auf der PS5 ziemlich wichtig ist.

Denn die Debatte um den PlayStation Store dreht sich längst über einzelne schlechte Spiele hinaus. Sie zeigt, wie leicht sich digitale Marktplätze mit austauschbaren Asset-Flips, auffällig ähnlich benannten Billigproduktionen oder AI-Slop zusetzen lassen. Wenn solche Titel in großen Mengen auftauchen, werden echte Indies schlechter gefunden und Käufer verlieren schneller den Überblick.

Was laut Eurogamer konkret entfernt wurde

Eurogamer beruft sich auf einen Fund aus dem Forum von PSNProfiles. Genannt werden unter anderem GoGame Console Publishers “Urban Driver Simulator” in einer PS5-Version sowie mehrere Titel von VRCForge Studios, darunter “Water Blast Shooter”, “Racing Car Chaos: Extreme Stunt Showdown”, “Supermarket CEO Simulator” in einer PS5-Fassung und sogar “Jesus Simulator”. Der Bericht spricht davon, dass ganze Kataloge dieser Anbieter aus dem Store verschwunden sind.

Wichtig ist dabei die Einordnung der Quelle: Sony hat laut Eurogamer keine große öffentliche Erklärung mit detaillierter Liste veröffentlicht. Die Beobachtung stützt sich also vor allem auf Delistings, die von der Community nachvollzogen wurden. Genau deshalb sollte man bei der Motivlage sauber bleiben. Belegt ist vor allem, dass die Spiele entfernt wurden und dass Sony schon seit einer Weile sichtbar gegen problematische Veröffentlichungen vorgeht.

Warum Sony gerade hier härter durchgreift

Eurogamer beschreibt ein Muster, das schon länger zu sehen ist: Titel, die erfolgreichen Indie-Spielen namentlich oder optisch verdächtig nahekommen, dazu offensichtlich billige Asset-Flips und Inhalte, die eher nach Massenware als nach echter Produktion wirken. Für Sony ist das ein Qualitätsproblem und zugleich ein Plattformproblem.

Digitale Stores leben davon, dass Nutzer einigermaßen darauf vertrauen können, zwischen echten Releases, kleineren Geheimtipps und offensichtlichem Müll unterscheiden zu können. Kippt dieses Vertrauen, leidet am Ende die gesamte Plattform. Wer sich schon über Sonys aktuelle PS5-Preisstrategie wundert oder den Kurs nach der Schließung von Bluepoint Games beobachtet, sieht hier noch einen anderen Baustein: Sony versucht sichtbar, die Außenwirkung seines Ökosystems zu kontrollieren.

Für Spieler ist das mehr als nur Store-Hygiene

Im Alltag merkt man Shovelware oft zuerst über Suchergebnisse, Empfehlungsleisten und Angebotsseiten. Wenn zwischen seriösen Releases plötzlich dutzende billige Simulatoren mit generischen Namen auftauchen, wirkt der Store sofort unübersichtlicher. Das ist nervig für Käufer, aber auch unfair gegenüber kleineren Studios, deren Spiele dann neben billig produzierter Massenware untergehen.

Gerade auf Konsolen ist das relevanter als auf dem PC. Der PlayStation Store ist für viele Nutzer der primäre Zugang zu neuen Käufen, Demos und Sales. Wenn Sony dort stärker aufräumt, verbessert das potenziell die Wahrnehmung und erhöht zugleich die tatsächliche Auffindbarkeit echter Spiele. Passend dazu zeigen auch andere Delisting-Fälle wie das Aus für Horizon Chase Turbo im Juni 2026, wie stark Sichtbarkeit und Verfügbarkeit digitaler Spiele inzwischen von Plattformentscheidungen abhängen.

Der schwierigere Teil kommt erst noch

Die größere Frage ist, ob punktuelle Bereinigungen langfristig reichen. Einzelne Kataloge zu löschen hilft, aber das Grundproblem verschwindet nur dann, wenn problematische Veröffentlichungen früher erkannt werden. Dazu bräuchte es strengere Prüfprozesse, klarere Regeln gegen irreführende Namensgebung und wahrscheinlich auch bessere kuratorische Filter im Store selbst.

Genau da liegt der Haken: Je größer eine Plattform wird, desto schwerer ist sauberes Kuratieren ohne Kollateralschäden. Sony muss also aufpassen, nicht nur reaktiv zu löschen, sondern seine Regeln nachvollziehbar anzuwenden. Sonst bleibt jeder neue Delisting-Schub nur ein kurzer Aufräummoment, bevor der nächste Stapel fragwürdiger Games nachrückt.

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Kurze Einschätzung

Mein Eindruck: Sony liegt mit dieser Bereinigung eher richtig. Ein digitaler Store darf offen sein, aber nicht beliebig. Wenn das Unternehmen echte Indies schützen und das Vertrauen der PS5-Spieler stärken will, muss es gegen offensichtliche Shovelware sichtbarer vorgehen als bisher.

Quelle: Sony’s battle against shovelware publishers persists as it purges another load of crap games from the PlayStation Store