Phoenixx hat The First Zombie angekündigt, ein Actionspiel für Switch und PC, das die übliche Zombie-Fantasie bewusst auf links dreht. Statt Untote zu bekämpfen, spielt man den ersten Zombie der Menschheit und versucht, Tokio nach und nach in eine Stadt voller neuer Gefährten zu verwandeln. Ein Release-Datum gibt es noch nicht, bestätigt sind bislang Englisch und Japanisch als Sprachoptionen.
Die Idee wirkt auf den ersten Blick wie ein Gag, hat aber einen ziemlich klaren spielerischen Kern. The First Zombie ersetzt Survival-Horror durch das Vergrößern einer Horde. Menschen werden nicht gejagt, um sie aus dem Weg zu räumen. Man “befreundet” sie, damit sie selbst Teil der Bewegung werden. Genau diese Verschiebung macht die Ankündigung interessanter als den nächsten klassischen Untoten-Shooter.
Tokio wird zur Spielfläche
Die Steam-Seite nennt Shibuya, Shinjuku und Ueno als Beispiele für Bezirke, die von der Horde übernommen werden können. Das ist wichtig, weil The First Zombie damit sofort eine erkennbare Bühne bekommt. Tokio ist Teil der Spielidee: dichte Kreuzungen, Geschäftsviertel und Bahnhofsareale eignen sich gut für ein System, in dem Masse, Bewegung und räumliche Kontrolle zählen.
Noch ist offen, wie frei diese Bezirke tatsächlich erkundet werden können. Die Beschreibung deutet aber eher auf kompakte, klar lesbare Areale als auf eine riesige Open World hin. Für so ein Konzept wäre das sogar sinnvoll. Wenn jede zusätzliche Figur in der Horde eine taktische oder chaotische Wirkung hat, muss der Bildschirm verständlich bleiben. Gute Lesbarkeit wird hier wichtiger sein als bloße Größe.
Kentaro Fujii als ungewöhnlicher Produzent
Für Aufmerksamkeit sorgt auch der Name hinter dem Projekt. Produziert wird The First Zombie von Kentaro Fujii, bekannt durch die japanische Varietéshow Wednesday’s Downtown. Das erklärt ein Stück weit, warum die Prämisse nicht nach Standard-Genreware klingt. Der Ton scheint stärker auf absurde Zuspitzung, Comedy und beobachtbares Chaos zu setzen als auf Schockeffekte.
Gerade im Umfeld der Tokyo Game Show 2026 passt so eine Ankündigung gut zwischen größere Markenmeldungen. Während Capcom mit Monster Hunter Wilds: Ascendance auf Endgame-Ausbau und bekannte Fan-Erwartungen setzt, verkauft Phoenixx ein kleineres, sofort verständliches Gegenbild: ein Zombie-Spiel über Anwerben, Wachstum und komisches Stadtchaos.
Das kann schnell albern werden, muss aber nicht flach sein. Wenn Passanten unterschiedliche Muster, Fluchtwege oder Reaktionen zeigen, könnte aus der Prämisse ein leicht taktisches Crowd-Spiel entstehen. Wenn dagegen nur immer mehr Figuren hinter der Spielfigur herlaufen, bleibt am Ende vor allem die Pointe. Die entscheidende Frage lautet also: Wird die Horde ein echtes System oder nur ein visueller Witz?
Kein klassischer Horror, aber gutes Timing
Für Horror-Fans ist The First Zombie trotzdem interessant, weil 2026 ohnehin viele Spiele mit Horror- oder Gruselrahmen sichtbar sind. Auf NyaGames haben wir zuletzt etwa den Start von Halloween: The Game eingeordnet, das deutlich stärker auf asymmetrische Spannung und Lizenzatmosphäre setzt. The First Zombie steht am anderen Ende dieser Skala: weniger Angst, mehr Umkehrung.
Auch der PC-Fokus ist erwähnenswert. Auf Steam wird das Spiel als Singleplayer-Titel mit Action- und Casual-Tags geführt. Das spricht für eine zugängliche Struktur, bei der die Grundidee schnell greifen soll. Die Systemanforderungen wirken nach aktuellem Stand moderat, konkrete Details zu Preis, Umfang und Steuerung fehlen aber noch. Für Switch bleibt außerdem spannend, ob die Darstellung großer Gruppen stabil läuft.
Der Reiz liegt im Perspektivwechsel
Der beste Grund, The First Zombie im Auge zu behalten, ist nicht die bloße Zombie-Kulisse. Es ist der Perspektivwechsel. Viele Spiele erzählen vom Eindämmen einer Infektion, vom letzten sicheren Ort oder vom Kampf gegen eine überwältigende Masse. Phoenixx macht daraus eine komische Wachstumsfantasie: Man beginnt allein und baut die vermeintliche Bedrohung selbst auf.
Damit reiht sich das Spiel in eine Reihe kleinerer TGS-Meldungen ein, die neben großen Trailern trotzdem hängen bleiben können. Schon bei der jüngsten DecaPolice-Verschiebung war zu sehen, wie wichtig ein klares Konzept für japanische Produktionen abseits der ganz großen Marken ist. The First Zombie hat dieses Konzept. Jetzt muss nur noch das Spiel darunter tragen.
Bis Phoenixx mehr zeigt, bleibt die Ankündigung vor allem ein kurioses Versprechen: ein Zombie-Spiel, in dem Freundschaft, Masse und Stadteroberung wichtiger sind als Kopfschüsse. Weitere Meldungen aus diesem Themenbereich sammeln wir im Game-News-Hub.
Quelle: ‘Reverse’ zombie game The First Zombie announced for Switch, PC
