CD Projekt Red hat für The Witcher 4 zum ersten Mal ein konkreteres Zeitfenster genannt. Joint-CEO Michał Nowakowski spricht vor der Gamescom von einem Ziel für 2028, betont aber gleichzeitig, dass es noch kein exaktes Datum gibt. Genau dieser Unterschied ist die eigentliche Nachricht. Nach Jahren aus Tech-Demo, Trailer-Momentum und sehr groben Aussagen bekommt das Projekt erstmals eine Richtung, ohne dass das Studio sich schon hart festnageln lässt.
Für Fans ist das wichtig, weil die Erwartungshaltung rund um die Reihe längst größer geworden ist als jede normale Fortsetzungsankündigung. The Witcher 4 ist nicht einfach nur das nächste große Rollenspiel von CDPR. Es ist der Start einer neuen Saga, die nach allem, was bisher bekannt ist, Ciri ins Zentrum rückt. Gleichzeitig trägt das Projekt die Last der Studio-Geschichte mit sich herum: Nach dem schwierigen Start von Cyberpunk 2077 weiß jeder, dass frühe Release-Versprechen bei CD Projekt besonders sensibel sind.
2028 ist ein Signal, kein fester Termin
Genau deshalb wirkt die neue Formulierung bemerkenswert diszipliniert. Nowakowski nennt 2028 ausdrücklich als Ziel, nicht als fix bestätigten Releasetermin. Das ist kommunikativ clever. CDPR gibt der Community endlich mehr als ein vages “nicht so bald”, vermeidet aber denselben Fehler, aus einer frühen Zielmarke schon einen harten Kalenderpunkt zu machen. Wer die Produktionslogik großer Open-World-RPGs kennt, weiß ohnehin: Zwischen Zieljahr und tatsächlichem Marktstart liegt oft noch viel Bewegung.
Für NyaGames-Leser ist das die sinnvollste Einordnung. Die Meldung bedeutet nicht, dass der Release jetzt plötzlich nah wäre. Sie bedeutet, dass CD Projekt Red intern offenbar weit genug ist, um das Projekt öffentlich enger zu rahmen. Damit verschiebt sich die Diskussion. Statt nur darüber zu reden, ob das Spiel noch weit weg ist, geht es jetzt darum, wie das Studio die nächsten zwei Jahre kommuniziert und wie sauber es die Brücke von The Witcher 3 zur neuen Ära baut.
Gamescom bleibt Bühne für die Marke, aber nicht für das Spiel
Spannend ist auch, was CDPR bewusst nicht zeigt. Laut der Ankündigung wird The Witcher 4 auf der Gamescom weder auf der Bühne noch als spielbare Demo vertreten sein. Stattdessen rückt das Studio die Erweiterung The Witcher 3: Wild Hunt - Songs of the Past in den Vordergrund, die 2027 erscheinen soll. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Ausweichmanöver, ist strategisch aber ziemlich logisch.
CD Projekt hält damit die Marke sichtbar, ohne zu früh echtes Gameplay aus dem neuen Hauptspiel zu verheizen. Nach dem, was wir schon aus anderen Einordnungen kennen, passt das zur vorsichtigeren Kommunikationslinie des Studios. Schon bei unserem Blick auf CDPRs Ausbau rund um Project Sirius wurde klar, dass die Firma ihr Witcher-Portfolio breiter aufstellt, aber öffentliche Signale kontrollierter setzt als früher.
Songs of the Past übernimmt in diesem Plan eine wichtige Rolle. Die Erweiterung kann Fans zurück in die Welt holen, Geralt noch einmal sichtbar machen und zugleich die Bühne für Ciri vorbereiten, ohne dass The Witcher 4 schon jede Woche neues Material liefern muss. Das ist deutlich eleganter, als die neue Saga mit einem jahrelangen Dauer-Marketing aufzublasen.
Warum CDPR gerade jetzt etwas konkreter wird
Der Zeitpunkt ist kaum zufällig. Rund um die Gamescom erwarten Spieler klare Signale, und Schweigen wäre nach Monaten voller Spekulationen selbst schon wieder ein Signal gewesen. Mit dem 2028-Ziel schafft CDPR jetzt genug Stoff für Schlagzeilen, ohne sich in eine Präsentationsfalle zu manövrieren. Zugleich grenzt das Studio sauber ab, woran es aktuell arbeitet und worauf Fans kurzfristig tatsächlich schauen sollten.
Das passt auch zur breiteren Lage bei CD Projekt Red. Das Unternehmen muss mehrere Großprojekte austarieren, vom Witcher-Kosmos bis zu künftigen Cyberpunk-Plänen. Unser Beitrag zu Cyberpunk 2077 ohne weitere DLCs hat bereits gezeigt, wie stark CDPR Prioritäten bündelt, statt überall gleichzeitig halbe Signale zu senden. Wenn The Witcher 4 jetzt auf 2028 zielt, ist das deshalb weniger ein Hype-Moment als ein Hinweis auf klare Fokussierung.
Unterm Strich ist die Meldung kleiner, als die Überschrift zuerst vermuten lässt, aber wertvoller für die Einordnung. The Witcher 4 hat nun ein öffentlich genanntes Zieljahr, bleibt bei der Gamescom selbst aber im Hintergrund. Genau diese Zurückhaltung ist wahrscheinlich der vernünftigste Weg. CD Projekt Red schafft mehr Klarheit, ohne sich schon auf einen Termin festzulegen, den das Studio später teuer korrigieren müsste. Wer den größeren Nachrichtenstrom rund um große RPG-Marken im Blick behalten will, findet weitere Meldungen im Game-News-Hub.
Quelle: The Witcher 4 developers target a 2028 release, The Witcher IV Launches In 2028, CD Projekt Red Joint-CEO Confirms
